Erfolg mit Instagram

ERFOLG MIT INSTAGRAM

Instagram gehört mit seinen 500 Millionen Nutzern zu den am stärksten wachsenden sozialen Netzwerken mit einem außergewöhnlich hohen User Engagement. Nirgendwo sonst wird so oft gelikt und kommentiert wie auf Instagram. Je Follower ist das User Engagement 58 Mal höher als bei Facebook. Aus diesem Grund machen sich immer mehr Unternehmen und Selbstständige die beliebte Fotoplattform zunutze. Mit dem Beispiel meines Accounts erkläre ich in diesem Beitrag, wie man mit seiner eigenen Strategie auf Instagram erfolgreich ist und eine hohe Anzahl von treuen Abonnenten für sich gewinnt.

VOLLSTÄNDIGKEIT

Füllen Sie Ihr Instagram Profil vollständig aus. Geben Sie einen Namen für Ihren Account an, z.B. Ihren Unternehmensnamen, laden Sie ein Profilbild hoch und nutzen Sie die Beschreibung, um auf sich auf sich aufmerksam zu machen. Die Beschreibung sollte kurz und knackig, aber aussagekräftig sein. Falls Ihnen auf Anhieb keine interessante Beschreibung einfällt, versuchen Sie folgende Merkmale abzudecken: Relevanz, Mehrwert und Handlungsaufforderung. Außerdem sollte ein Link zu Ihrer Website nicht fehlen. Bevor Sie Ihren Account vermarkten, sollten Sie zumindest sieben Bilder in Ihrem Instagram Portfolio haben.

AUTHENZITÄT

Nutzen Sie Ihr eigenes Fotomaterial und keine Stockfotos oder Ähnliches. Sie wollen Ihrem Profil einen ganz persönlichen Charakter verleihen, deshalb sollten Ihre Bilder einzigartig sein und kein gekauftes Produkt aus einer frei zugänglichen Fotodatenbank. Bedenken Sie dabei stets, dass die den Content für Ihr Publikum kreieren. Ihre Bilder sollen in dem Feed des Users herausstechen und sich nicht mit dem Einheitsbrei anderer fantasieloser Unternehmen vermischen. Dabei sollten Sie auf einen roten Faden achten. Die Bilder sollten das ausdrücken, wofür Sie oder Ihr Produkt stehen und vor allem Ihre Zielgruppe ansprechen. Konzentrieren Sie sich auf das Thema, mit dem Sie sich positionieren wollen. In meinem Fall ist das zum Beispiel: Outdoor, Abenteuer, Emotionen.

@noragee

Dieser Themenbereich passt ebenfalls auf den amerikanischen Falt-Kajak-Hersteller Orukayak:

@orukayak

MOTIVWAHL

Seien Sie kritisch bei der Auswahl Ihrer Motive. Qualitativ minderwertige Fotos, zum Beispiel mit starkem Bildrauschen, sind nicht zu empfehlen. Mit unscharfen Bildern oder belanglosen, sich wiederholenden Motiven bekommen Sie ebenfalls nicht die Aufmerksamkeit, die Sie sich erhoffen. Lieber kein Foto als ein schlechtes Foto. Mit ein wenig Fotobearbeitungsfähigkeiten lässt sich manchmal jedoch auch bei gewöhnlichen Motiven eine attraktive und interessante Dynamik erzeugen. Mit einem eigenen Fotobearbeitungsstil, den Sie auf alle Fotos anwenden, verschaffen Sie sich zusätzlich eine Art Markenzeichen und somit Einzigartigkeit.

FILTER

Laut einer Studie von Canva ist der beliebteste Instagram Filter weltweit „Clarendon“. Ob er nun tatsächlich der beliebteste ist oder einfach aufgrund der Tatsache, dass er ganz vorne in der Reihe steht, am häufigsten benutzt wird, lässt sich dabei schwer sagen. „Mayfair“ bringt die höchsten Interaktionsraten von allen Filtern. Ich persönlich benutze am häufigsten die Filter „Lark“, „Crema“, „Aden“ und „Mayfair“, allerdings nie in voller Intensität. Tipp: Wenn man ein zweites Mal auf den präferierten Filter klickt, kann man seine Deckkraft / Stärke einstellen. Je nach Bild wähle ich meistens zwischen 20-60%, aber nie 100%, weil mir die Effekte zum Teil einfach zu stark und verspielt sind.

Bei Naturaufnahmen, wie in meinem Fall, soll laut Canva „Valencia“ der Filter mit den durchschnittlich meisten Likes sein. An zweiter Stelle werden Bilder bevorzugt, bei denen kein Filter benutzt wurde. Letztendlich kann der Filter einen Einfluss auf das Bild haben, muss aber nicht.

HASHTAGS & GEOTAGS

Nutzen Sie das volle Potenzial Instagrams. Bis zu 30 Hashtags sind pro Post möglich. Anders als bei Twitter, wo viele Hashtags als verpönt gelten oder Facebook, wo sie so gut wie gar keine Rolle spielen, spielen Hashtags bei Instagram die bedeutendste Rolle. Wenn man Hashtags richtig einsetzt, erhöht man die Reichweite seiner Posts um ein Vielfaches. Dabei sollte die Auswahl der jeweiligen Hashtags wohl überlegt sein.

Es gibt einige Hashtags, die laut einer Analyse ein hohes Engagement auf Instagram fördern. Darunter befinden sich zum Beispiel #followforfollow oder #likeforlike. Als seriöses Unternehmen sollten Sie jedoch Abstand von solchen Hashtags nehmen, da sie den Eindruck erwecken, als ginge es Ihnen einzig und allein um neue Follower. Letztendlich tun Sie sich auch keinen Gefallen damit, Follower zu gewinnen, die keinerlei Interesse an Ihren Produkten oder Dienstleistungen haben.

Wichtiger ist es, dass Sie sich für Ihre Nische spezifische Hashtags suchen, damit Sie auch Ihre Zielgruppe erreichen. Somit erhöhen Sie gleichzeitig Ihre Chancen, in den Top Posts der jeweiligen Hashtags zu landen, dort eine Weile zu bleiben und von weiteren Personen gesehen zu werden. Generell kann man davon ausgehen, dass Hashtags, die ein sehr großes Volumen besitzen, nicht den erwünschten Nutzen bringen. Zu viele Nutzer benutzen diese Hashtags und Ihre Beiträge gehen in der Masse viel zu schnell unter, wenn sie nicht sofort eine hohe Interaktionsrate erzeugen. Daher ist es empfehlenswert, am Anfang nicht gleich auf die populärsten Hashtags zurückzugreifen, sondern zunächst auf solche, zu denen es Posts im vierstelligen Bereich gibt. Mit wachsender Anzahl an Followern können auch die Hashtags populärer werden. Im Allgemeinen gibt es kein Erfolgsrezept – man muss sich heran tasten und ausprobieren. Eventuell kommt der Erfolg durch einen gesunden Mix aus beiden Versionen zustande.

Ich selbst recherchiere Hashtags, die die jeweiligen Orte beinhalten, die ich gerade bereise. Oft stößt man auf Accounts, die eine Art Hashtag-Contest anbieten, z.B. #visitbavaria. Benutze ich dieses Hashtag, erlaube ich dem Account @bayern, mein Bild zu featuren und bei sich zu veröffentlichen. Wenn ihnen also mein Bild gefällt, habe ich Glück und sie posten es und erwähnen mich darin. Somit wird es von vielen weiteren Personen gesehen, die sich selbst nicht erreicht habe und ich bekomme sogar neue Follower.

Im Bereich Abenteuer, Natur und Reisen gibt es aber auch eine Reihe von allgemeinen Hashtags, die man theoretisch jederzeit verwenden kann.

#openmyworld #goplayoutside #wildernessculture #letsgosomewhere #ourplanetdaily #keepitwild #stayandwander #themountainiscalling #theoutbound #mindthemountains #explorewildly #finditliveit #adventuremobile #exploremore #bestvacations #travelstoke #wonderful_places #welltravelled #justbackfrom #whatsinmybag #dametraveler

Übrigens: Damit man nicht jedes Mal jedes einzelne Hashtag mühselig eintippen muss, empfiehlt es sich, sie in die Notizen App Ihres Smartphones zu kopieren und abzuspeichern. Mit den Hashtags in der Zwischenablage empfiehlt es sich im nächsten Schritt bei den Tastatur-Einstellungen ihres Smartphones auf „Textersetzung“ zu gehen und einen Kurzbefehl festzulegen. Jedes Mal, wenn Sie den Kurzbefehl schreiben, erscheinen dann automatisch ihre Hashtags. Wenn Sie wollen, können Sie gleich mehrere Kurzbefehle anlegen und die Hashtags thematisch gruppieren. Das erspart Ihnen eine Menge Zeit.

Geotags sind die Orstangaben, die oberhalb des Posts erscheinen. Auch hier empfiehlt es sich gründlich zu sein und diese Möglichkeit immer zu nutzen. Populäre Orte werden häufiger gesucht. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, in den Top Posts zu landen und länger gesehen zu werden. Einen Geotag hinzuzufügen, erhöht das Engagement im Durchschnitt um 79%.

USER GENERATED CONTENT

Als Unternehmen kann es sehr sinnvoll sein, die User in die eigenen Marketingaktivitäten einzubinden, um damit eine höhere Reichweite zu erzielen. Wie bereits im oben erwähnten Beispiel von @bayern, dem offiziellen Account des Tourismus Bayern, kommt mit authentischen Inhalten auch das Engagement. Bayern Tourismus postet auf seinem Account ausschließlich Bilder von Usern, die das Hastag #visitbavaria benutzen. Follower von Unternehmen oder Institutionen freuen sich in der Regel darüber und fühlen sich geehrt, wenn Ihre Beiträge geteilt werden. Für beide Seiten ist es eine Win-Win-Situation: Der User profitiert von der Reichweite und das Unternehmen fördert seine Authenzität, das Engagement und damit auch den Social Trust. Das sorgt im Endeffekt dafür, dass neue User ebenfalls daran teilhaben wollen und Ihnen folgen.

Um Ihre eigene User Generated Content Kampagne zu erstellen, müssen Sie zunächst eine Aussage definieren, welche Botschaften die Bilder auf Ihrem Account transportieren sollen. (Bei mir siehe oben: Outdoor, Abenteuer, Emotionen). Im nächsten Schritt geht es darum, einen geeigneten Hashtag festzulegen. Viele Unternehmen bauen diesen als Call-to-Action in ihre Profilbeschreibung ein (Handlungsaufforderung).

INTERAKTION

Um Bilder zu kommentieren, kann man entweder die Instagram App auf dem Smartphone benutzen oder Iconosquare am PC, um etwas Zeit zu sparen. Grundsätzlich gilt aber: Interaktion ist wichtig. Achten Sie nach Möglichkeit darauf, dass Sie auf Ihre eigenen Kommentare nicht mit mehr als zwei Tagen Verzögerung antworten. Je häufiger Sie Fotos anderer User kommentieren, desto mehr Follower erhalten Sie. Durchschnittlich erhält ein Bild auf Instagram 575 Likes und 81 Kommentare pro Sekunde. Wenn Sie ein Bild kommentieren, erhöht das Ihre Chancen um 401%, dass Ihnen gefolgt wird. Doch nicht nur Kommentieren, sondern auch Liken ist angesagt. Wenn Ihr Account wachsen soll, ist die beste Methode dies zu erreichen, einige Hundert Bilder am Tag zu liken. Aber Vorsicht: Instagram hat einen Algorithmus, der Bots oder Programme erkennen soll, die diese Funktion missbrauchen. Wenn Sie zu schnell und zu häufig liken, geraten Sie in Verdacht und werden für 24 Stunden von der Like-Funktion ausgesperrt.

INFLUENCER

Gibt es wichtige oder potenzielle Influencer in Ihrem Business, die Sie für Ihr Vorhaben nutzen könnten? Diese Frage benötigt viel Recherche-Arbeit: Wer ist auf denselben Themen unterwegs? Wer hat viele Follower oder ein schnelles Wachstum an Followern? Und wer interagiert auch mit fremden Inhalten? Und worum soll es in Ihrer Influencer-Kampagne überhaupt gehen? Die meisten Influencer wollen mit Social Media natürlich Geld verdienen, andere lassen sich aber auch mit Gratis-Produkten locken.

ANZAHL UND KONSTANZ

Bei der täglichen Anzahl an Posts ist Fingerspitzengefühl gefragt. 2-3 Posts am Tag sind eine angemessene Menge, um seine Follower nicht zu nerven, aber trotzdem in Erinnerung zu bleiben. Letztendlich muss man selbst durch Erfahrung die optimale Anzahl täglicher Posts heraus finden. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, jeden Tag zu posten. Man kann ohne Bedenken auch mal einen Tag aussetzen, sofern man weiterhin andere Beiträge likt und kommentiert.

ZEITPUNKT

Laut einer Studie soll Sonntag der beste Tag zum Posten sein. Pro Tausend Follower finden im Vergleich zu allen anderen Wochentagen am Sonntag die meisten Interaktionen statt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Montag und Freitag bei mir persönlich die schlechtesten Tage sind. In der Woche erhalte ich das meiste Feedback zwischen 20-22 Uhr. Am Wochenende eher vormittags. Das muss aber natürlich jeder für sich selbst heraus finden. Mit Iconosquare oder Pikore kann man sich solche Statistiken prima anzeigen lassen und auswerten.

STREUUNG AUF ANDEREN KANÄLEN

Verbinden Sie Ihren Instagram Account mit Facebook, damit Ihre Fans oder Facebook-Freunde Sie auch auf Instagram finden können. Nutzen Sie Pinterest, eine weitere beliebte Fotoplattform, um Ihren Content auch dort zu verbreiten und ggf. neue Zielgruppen zu erschließen. Falls Sie sich in der professionellen Fotografie bewegen oder bewegen möchten, kann ich Ihnen einen Account bei fotocommunity.de empfehlen. Auch dort herrscht ein gutes User Engagement und Kommentare zu den eigenen Bildern werden gern gegeben. Die Reichweite ist jedoch nicht mit Instagram oder andern sozialen Netzen zu vergleichen. Wenn Sie einen eigenen Hashtag haben, sollten Sie den Feed mit dem Hashtag auch auf Ihrer Website oder Ihrem Blog platzieren. Auf diese Weise machen Sie auch Ihre Website-Besucher auf Ihren Instagram Account aufmerksam.

LIEBER WERBUNG ALS FOLLOWER-KAUF

Mit Follower-Einkäufen betrügt man sich nicht nur selbst, sondern lädt sich auch jede Menge Leute ein, die nicht zur Zielgruppe gehören. Von diesen Followern sind geringe bis gar keine Beitragsinteraktionen zu erwarten. Gleichzeitig verliert man mit solchen Methoden klar an Glaubwürdigkeit, vor allem wenn man erst 5 Posts in seinem Portfolio hat, aber bereits 10.000 Follower auf der Uhr. Das erweckt schnell Misstrauen bei den Usern. Wenn man also unbedingt schnell zu einem hohem Wachstum gelangen möchte, sollte man lieber ein paar ehrliche Euro investieren und via Facebook eine Werbeanzeige auf Instagram schalten. Dort kann man seine Zielgruppe frei definieren und den Usern selbst überlassen, ob ihnen Ihr Profil gefällt.

Post by Nora Görlitz

Instagram: @noragee, Germanistik Studium, Marketing-Ausbildung, 5 Jahre Webdesign, SEO-Ausbildung an der afs in Berlin, ada-Schein.

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